»Sie sterben lieber im Meer als im Krieg«

Flüchtlingsinitiative thematisiert den gefährlichen Weg von Afrika nach Europa und die Gründe, ihn anzutreten. Gespräch mit Komi Edzro

Interview: Johannes Supe

Die von Flüchtlingen gegründete Initiative »Togo Action Plus« hat am vergangenen Samstag eine Konferenz in Berlin organisiert, um auf die Situation von Schutzsuchenden einzugehen. Sie selbst sind aus Togo geflohen. Weshalb?

Ich gehörte dort der größten Oppositionspartei Union des Forces du Changement an. Deren Mitglieder und Funktionäre wurden verfolgt und verhaftet, denn man wirft uns vor, »radikal« zu sein. Dabei fordern wir nur das Ende der dortigen Diktatur. Später verließ ich die Partei, weil sie mit der Regierung zusammenarbeitete, die wir kritisierten.

In der Vergangenheit hatte man auch auf uns schießen lassen, etwa bei einer Demonstration 1993. Damals waren Minister Deutschlands und Frankreichs nach Togo gekommen, was wir als Anlass zu einer Kundgebung nutzten. Auf die wurde dann das Feuer eröffnet, viele wurden dabei verwundet, einige getötet. Wer den Befehl dazu gegeben hat, ist bis heute ungeklärt. Auch heute gibt es noch Opfer von Polizeigewalt, einige verlieren bei den Übergriffen sogar ihr Leben. Ich selbst wurde von Beamten geschlagen. Schließlich floh ich, um mein Leben zu retten.

[…]

Ganzes Interview: https://www.jungewelt.de/artikel/315720.sie-sterben-lieber-im-meer-als-im-krieg.html

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Togo: Die Opposition kämpft auf den Straßen für die Abdankung des Präsidenten

(Original: http://www.france24.com/fr/20170920-togo-opposition-mobilise-rue-lome-obtenir-demission-president-gnassingbe; Übersetzung: ITAP e.V.)

Zwei Wochen nach dem historischen Erfolg der letzten Demonstrationen, ging die togolesische Opposition am Mittwoch wieder auf die Straßen, um für die Abdankung des Präsidenten Faura Gnassingbé, Erbe einer Familie, die seit 50 Jahren die Herrschaft in Togo beansprucht, zu demonstrieren.

Die Opposition geht wieder auf die Straßen. Mehrere tausende Togolesen haben sich unter Aufforderung der Opposition am Mittwoch, den 20. September überall auf den Straßen des Landes versammelt, um die Abdankung des Präsidenten Faura Gnassingbé einzufordern.

In Mango, im äußersten Norden des Landes, wurde ein Kind während einer nicht genehmigten Demonstration getötet.
Die togolesische NGO „Observateurs des droits de l’Homme“, die der Opposition nahesteht, meldete, dass die Sicherheitskräfte die Demonstranten unter Beschuss genommen und zahlreiche Verhaftungen durchgeführt habe.

„Wir gehen bis zum Ende des Kampfes“

In der Hauptstadt gingen mehrere tausende Demonstranten der Aufforderung der Opposition nach, sich nicht dem Druck der Macht zu ergeben, vor allem nach den Aufständen am 6. und 7. September, bei denen mehr als 100.000 Menschen zusammenkamen.

„Die Menschen denken, dass wir müde werden. Aber sie täuschen sich. Wir kämpfen bis zum Ende“, verkündete am Ende des Tages der Leiter der Opposition, Jean-Pierre Fabre, und ruft auch zu neuen publikumswirksamen Bewegungen auf, die am 26., 27. und 28. September stattfinden sollen, obgleich schon weitere Demonstrationen am Donnerstag vorgesehen sind.

In der Menge der Demonstranten tauchten Schilder auf, auf denen geschrieben stand: „Faure Must Go“ oder auch „Befreit mein Land. 50 Jahre sind genug.“

„Wir sind keine Dschihadisten, wir sind keine Rebellen“

Laut der Belegschaft der AFP, kreisten das Militär und die Polizei, mit Maschinengewehren ausgerüsteten Pick-Ups, den Aufstand ein. Die mobile Kommunikation und der Zugang zum Internet waren beinahe unmöglich.
„Wir sind keine Dschihadisten, wir sind keine Rebellen“, verteidigt sich Abdallah, 42 Jahre, Anhänger der „Parti national panafricain (PNP)“ von Tikpi Atchadam, einem der radikalsten Führer der Bewegung. „Wir wollen nur Demokratie. Wir sind müde.“

Der Leiter der neuen Oppositionspartei PNP hat es geschafft, eine populäre Basis zu erschaffen, die vor allem aus dem Zentrum und dem Norden des Landes hervorgeht, mit einer muslimischen Mehrheit, die historisch vor allem der örtlichen Regierung verbunden ist.

„Ein vollkommenes Scheingefecht“

Die Regierung hatte versucht, die sozio-politische Krise zu beschwichtigen, indem sie vorschlug, eine Neuaufarbeitung der Verfassung durchzuführen und die Zahl der präsidentiellen Mandate auf zwei zu reduzieren, aber die Abgeordneten der Opposition haben die Abstimmung am Dienstag in der Nationalversammlung boykottiert und bemängeln, laut ihres Sprechers Éric Dupuy, ein „vollkommenes Scheingefecht“.

Die Opposition weist die Neuaufarbeitung in seiner jetzigen Form zurück, da er nicht die Rückwirkung der Maßnahmen beinhaltet und es dem Präsidenten Faure Gnassingbé ermögliche, als Erbe einer Familie, die seit 50 Jahren die Macht Togos innehält, seit 2005 an der Spitze des Landes zu sein und sich 2020 und 2025 zur Wahl zu stellen.

Da nicht die Mehrheit der nötigen Stimmen im Parlament erreicht wurde, wird nun das Projekt zur Revision der togolesischen Bevölkerung per Referendum, laut eines Parlamentsmitglieds, „in den nächsten Monaten“ vorgelegt.

„Die Herrschaft verwischt die Spuren“

Die präsidentielle Partei, „l’Union pour la République (Unir)“ hat sich dazu entschieden, ebenfalls die Militanten zur Demonstration aufzurufen, eine Entscheidung, die von Nathaniel Olympio, einer der Leiter der Opposition, als „verantwortungslos“ beurteilt wurde.

„Dies ist eine Strategie, um die Demonstration der Opposition durcheinander zu bringen“, analysierte Comi Toulabor, Forschungsdirektor in Lam (Les Afriques dans le Monde) im Institut d’études politiques in Bordeaux. „Das ist sehr amateurhaft und gefährlich in dem aktuellen explosiven Kontext, aber das zeigt, dass die Partei nicht bereit ist, nachzugeben.“

Mehrere tausend Militanten von „Unir“ haben sich am Strand von Lomé versammelt, in einer ruhigen Atmosphäre, einige saßen im Schatten der Palmen.

Danke und neues Semester

 

Liebe KursleiterInnen, SpenderInnen,

unsere Deutschkurse für Geflüchtete im Sommersemester 2017 werden am 29. September 2017 zu Ende gehen.

Wir bedanken uns sehr für eure Unterstützung.

Wir bedanken uns beim allen, die gespendet und uns moralisch unterstützt haben. So können wir weiter Geflüchtete unterstützen und gegen Rassismus kämpfen.

Danke Euch.

Wir kämpfen weiter gegen Rassismus!

Das Wintersemester 2017 läuft vom 16. Oktober 2017 bis 30. März 2018. Wer mitmachen möchte, kann uns hier erreichen: togoactionplus@googlemail.com.

Die Miete für unsere Räumlichkeiten und die Anschaffung von Materialien für den Deutschkurs u.a. finanzieren wir aus Spenden.

Rassismus zu bekämpfen kostet Geld.
Wir freuen uns über Spenden jeder Höhe!

Spendenkonto:

Initiative Togo Action Plus e.V.
IBAN: DE 76 5003 1000 1008 7800 01
BIC: TRODDEF1
Bank: Triodos Bank Deutschland
Bankleitzahl: 500 310 00
Kontonummer: 1008780001

Spendenaufruf

Wollen wir eine Gesellschaft, in der Rassismus der Normalfall ist?

Der Alltagsrassismus ist in der BRD auch aufgrund der Propaganda der AfD-Hassprediger leider gestiegen. Wir als ITAP e.V. kämpfen gegen Rassismus, egal von welcher Seite. Wir sagen nein zur AfD, nicht mit uns, nicht in Berlin und anderswo!

Wir unterstützen politisch, rassistisch und religiös Verfolgte, Geflüchtete und Vertriebene.

Wir bieten moralische Unterstützung gegen Isolation und Gefühle der Einsamkeit, beispielsweise mit interkulturellen Tagen oder psychologischer Eingliederungsunterstützung.

Wir bemühen uns darum, dass sich Geflüchtete und Migrant_innen hier in der BRD wohlfühlen können.

Wir wollen, das alle Menschen in Deutschland gut zusammenleben können. Wir wollen Gefühle des Fremdseins in Gefühle des Zu-Hause-Seins für Geflüchtete und Migrant_innen umwandeln.

Die Voraussetzung dafür ist, voneinander zu lernen und Geflüchteten und Migrant_innen den Einstieg in ein neues Leben zu ermöglichen.

Die Sprache ist dabei ein wichtiges Mittel für die Überwindung von Isolation.

Aus diesem Grund bieten wir Deutschkurse insbesondere für Menschen an, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu anderen Deutschkursen haben.

Unsere Arbeit ist sehr zeitaufwendig und erfolgt ehrenamtlich.

Neben den Sprachkursen betreiben wir auch Öffentlichkeitsarbeit wie die Vorbereitung und Durchführung und Infoveranstaltungen zu u.a. Asylrecht, Aufenthaltsgesetzen und der Residenzpflicht.

Die Miete für unsere Räumlichkeiten und die Anschaffung von Materialien für den Deutschkurs u.a. finanzieren wir aus Spenden.

Rassismus zu bekämpfen kostet Geld.

Wir freuen uns über Spenden in jeder Höhe!

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Initiative Togo Action Plus e.V.
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Bitte nutzt diesen vereinfachten Zuwendungsnachweis zur Vorlage beim Finanzamt:
Vereinfachter Zuwendungsnachweis nach § 50 Abs. 2 Nr. 2b EStDV
Bei Spenden bis zu 200 Euro dient dieser Beleg in Verbindung mit dem Kontoauszug als Zuwendungsbestätigung zur Vorlage beim Finanzamt.
Die Initiative Togo Action Plus e.V. ist wegen Förderung der Bildung sowie Förderung der Unterstützung für politisch, rassistisch oder religiös Verfolgte, aller Migrantinnen und Flüchtlinge, die in der BRD Zuflucht suchen, durch die Bescheinigung des Finanzamts für Körperschaften l Berlin vom 12.05.2011 mit Gültigkeit ab 12.05.2011 unter der Steuernummer 27 / 668 / 58644 als steuerbegünstigten Zwecken dienend anerkannt.
Es wird bestätigt, dass die Spenden nur für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.

Pressemitteilung der Initiative Togo Action Plus e.V. zur politischen Lage in Togo

Die Initiative „Togo Action Plus e.V.“ missbilligt in hohem Maße die Grausamkeiten, die den Demonstrantinnen und Demonstranten durch die polizeilichen und militärischen Ordnungskräfte, der Machtmiliz und den „bérets rouges“ zugefügt wurden.

Seit dem 19. August 2017 setzen sich die togolesische Bevölkerung und die demokratischen Streitkräfte für die Rückkehr der togolesischen Verfassung ein, die am 14.10.1992 von fast allen Togolesinnen und Togolesen mit einem Ergebnis von 97 % gewählt wurde, sowie für die Abstimmung der Diaspora und die Befreiung der politisch Gefangenen.

Aber die legitimen Forderungen der Bevölkerung und der demokratischen Streitkräfte, die am 19. und 20. August, am 06. und 07. September und am 20. und 21. September geäußert wurden, wurden von der Ordnungspolizei und den Sicherheitskräften auf gewaltsame und blutige Weise unterdrückt.

Die Bilanz ist erschütternd:
Aus Lomé, Sokodé, Mango, Kara und Bafilo erfuhren wir von schweren Verletzten, missbräuchlichen Verhaftungen, Hausfriedensbruch und Gefangennahmen von Demonstrantinnen und Demonstranten, die, trotz ihrer Verletzungen, nicht ausreichend versorgt werden.
In Sokodé verstarb heute, dem 22. September 2017, AGRIGNA RACHAD an den Folgen seiner Verletzungen.

In Mango, im Norden Togos, starb ABDOULAYE YALOUBOU , ein Junge von 11 Jahren, unter dem Beschuss der Unterdrückenden. Wir verweisen auch auf den 19. August 2017 in Sokodé: MAMADOU AFISSOU SIBABI und BASTOU OURO-KEFIA bezahlten mit ihrem Leben.

Die Initiative „Togo Action Plus e.V.“ missbilligt die den Demonstrantinnen und Demonstranten zugefügte Barbarei, die Akten der Qualen, die mit bloßen Händen ausgeführt wurden und die Morde seitens den polizeilichen und militärischen Ordnungskräften und den Milizen. Wir rufen Amnesty International, Human Rights Watch und die CPI dazu auf, sich weiterhin zu engagieren, damit die unmenschlichen Akte als strafbar verurteilt werden.
Seit 50 Jahren regieren Qual und Straflosigkeit in Togo, während die Akteure der Gräueltaten nicht als schuldig bekannt werden.
Das Demonstrationsrecht wird von der togolesischen Verfassung garantiert. Wir sagen Nein zur Brutalität seitens der Polizei, der Gendarmen und des Militärs.

Initiative Togo Action Plus e.V.

SAG JA ZUR WAHL! NUTZE DEIN WAHRECHT

Pressemitteilung der Initiative Togo Action Plus e.V. zur Bundestagswahl am 24 September 2017

SAG JA ZUR WAHL! NUTZE DEIN WAHRECHT

Aufstehen! Sag JA zur Wahl!

Benutze dein Wahlrecht, um eine Wahlrevolution zu erreichen. Deine Stimme macht uns multikulturell! Kontra gegen rechte Parteien wie AfD, damit sie ihre rassistischen Ideologien nicht weiter verbreiten können.
Nicht jeder Flüchtling ist kriminell oder Terrorist. Eine kleine Clique kann schnell an die Macht kommen – lass das nicht zu und bezieh Position!

Es ist wichtig, die Fluchtursachen zu bekämpfen, nicht die Geflüchteten. Rüstungsexporte sind Fluchtursachen – wer Waffen exportiert, muss sich auch für die Folge der Flüchtlinge verantworten.

Deine Stimme kann viel ändern, wenn du deine Stimme stark machst! Das Problem sind nicht die Flüchtlinge und Migranten, das Problem ist Rassismus. Aussagen wie „Warum soll ich wählen? Es wird sich doch sowieso Nichts ändern!“ helfen nur den Rechtsextremen.
Demonstration allein bringt leider nicht viel. Demonstration und Wahrnehmung des Wahlrechts sind die beste Kombination. Wählt, was euch am Herzen liegt! Deutschland soll bunt bleiben; denn ein multikulturelles Deutschland bringt uns Vielfalt und Offenheit für alle!

Sag JA zur Wahl !