Demo gegen die Diktatur in Togo am 13.01.2018 in Berlin

Am Samstag, den 13. Januar 2018, wird die togoische Diaspora in Berlin vor dem Brandenburger Tor gegen die Dikatur in Togo demonstrieren.

Togo: Das verfluchte Land?

Während der Wahl 2005 gab es in Togo blutige Unruhen bei denen fast 1.000 Menschen umgebracht wurden. Bis heute wurden die Täter nicht zur Rechenschafft gezogen.

Togo ist ein Westafrikanischer Staat am Golf von Guinea (Atlantik) mit circa 7 Millionen Einwohner_innen. Das Land mit der Hauptstadt Lomé grenzt im Westen an Ghana, im Osten an Benin und im Norden an Burkina Faso. Politisch ist bis heute in Togo keine Ruhe eingekehrt: Das Land ist gezeichnet von barbarischer Sklaverei, Kolonialismus, Imperialismus und militärischer Diktatur.

Mit der Ermordung des ersten demokratisch gewählten Präsidenten am 13. Januar 1967 kam der ehemalige Präsident Gnassingbé Eyadema an die Macht. Sylvanus Olympio war zuvor 1960 ins Amt des Präsidenten gewählt worden. Er war einer der Vorkämpfer der am 27. April 1960 erreichten Unabhängigkeit Togos. Am 13. Januar 1963 wurde er mit Unterstützung Frankreichs, das seine koloniale Einflusssphäre weiter aufrechterhalten wollte, getötet.

Seitdem wird das Land von einer Militärdiktatur beherrscht. General Gnassingbé Eyadema starb am 05. Februar 2005, woraufhin sein Sohn, Faure Gnassingbé, vom Militär als Nachfolger eingesetzt wurde. Infolge einer manipulierten Wahl ist er bis heute an der Macht.

Die Bilanz von mehr als 45 Jahren Alleinherrschaft der Familie Gnassingbé ist erschreckend: Regierungskritische Medien und eine freie Presse unterliegen staatlicher Zensur, gegen staatskritische Haltungen wird repressiv vorgegangen, Korruption sowie Kontrolle und Abhören der gesamten Telekommunikation sind an der Tagesordnung. In Togo gibt es nach wie vor eine Vielzahl politischer Gefangenern – politische Aktivist_innen müssen mit Verfolgung und Ermordung rechnen. Aufgrund stattlicher Repression befinden sich heute viele Menschen im Exil.

Seit dem 19. August 2017 setzen sich die togolesische Bevölkerung und die demokratischen Streitkräfte für die Rückkehr der togolesischen Verfassung ein, die am 14.10.1992 von fast allen Togolesinnen und Togolesen mit einem Ergebnis von 97 % gewählt wurde, sowie für die Abstimmung der Diaspora und die Befreiung der politisch Gefangenen.

Aber die legitimen Forderungen der Bevölkerung und der demokratischen Streitkräfte, die am 19. und 20. August, am 06. und 07. September und am 20. und 21. September geäußert wurden, wurden von der Ordnungspolizei und den Sicherheitskräften auf gewaltsame und blutige Weise unterdrückt. Bis heute sitzen 100 Demonstraten in Haft.

Sogar Kinder werden bei Demonstrationen erschossen. Das ereignete sich zuletzt bei einer Demonstration gegen die Diktatur am 20. September 2017 in Togo.

Am 28.12.2017 gab es eine friedliche Demo gegen die Diktatur in Togo. Demonstrant_innen wurden verfolgt, geschlagen, gefoltet und verhaftet.

Diese Video zeigt, wie gefährlich die Situation in Togo ist:

https://www.youtube.com/watch?v=IcxaOdvL-6w

Ein Menschenleben hat keinen Wert! Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Deutschland darf bei Polizeigewalt nicht weggucken!

Trotz der wiederholten Feststellung von Menschenrechtsverletzungen durch Aktivist_innen vor Ort und Nichtregierungsorganisationen wie amnesty international, stehen repressive Maßnahmen gegen oppositionelle Aktivist_innen weiterhin auf der Tagesordnung.

Berichte von amnesty international u.a.:

https://www.amnesty-westafrika.de/Main/InformierenTogo

https://www.amnesty.de/jahresbericht/2016/togo

https://www.amnesty.de/jahresbericht/2017/togo

https://kangnicoco.wordpress.com/2017/08/09/la-vie-carcerale-dans-les-prisons-du-togo-comme-elle-va/

Diese Grausamkeiten nehmen wir zum Anlass für eine friedliche Demonstration. Organisatoren sind die togoische Diaspora in Europa.
In Togo regiert die Familie Gnassingbe seit 50 Jahren:

Das reicht !!

Wir fordern:

– Die Rückkehr zur Verfassung von 1992, welche durch ein Referendum der togoischen Bevölkerung bestätigt wurde.

– Die Begrenzung der Amtszeit für das Amt des Präsidenten

– Das Wahlrecht für die togoische Diaspora

– Die schnelle Umsetzung der Forderungen der togoischen Bevölkerung

oder

– den Rücktritt der Regierung

Kommt alle zur Großdemo am Brandenburger Tor, am Samstag, den 13. Januar 2018, um 11 Uhr!

Kommt zahlreich und zeigt eure Unterstützung!!

Initiative Togo Action Plus e.V.

Kontakt: 0176-73 90 23 14

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Flash Info Togo: Demo und Polizeigewalt am 28.12.2017

Am 28.12.2017 gab es eine friedliche Demo gegen die Diktatur in Togo. Demonstranten wurden verfolgt, geschlagen, gefoltet und verhaftet. Es hört nicht auf.

Diese Video zeigt, wie gefährlich die Situation in Togo ist:
https://www.youtube.com/watch?v=IcxaOdvL-6w

Ein Menschenleben hat keinen Wert! Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Deutschland darf bei Polizeigewalt nicht weggucken!

Nos salutations.

ITAP e.V.

Togo: Die Unzufriedenheit auf die Straße tragen – 3-tägige Demonstrationen in Lomé

Am vergangenen Donnerstag, dem 16. November, haben die drei Tage andauernden Demonstrationen in der togoischen Hauptstadt Lomé begonnen.
Auf den Straßen demonstrierten Togolesen jeden Alters. Sie alle sind es leid sich der Diktatur noch länger zu beugen. Die politische Opposition fordert gemeinsam mit den Demonstrierenden die Rückkehr zur ursprünglichen Verfassung von 1992, das Wahlrecht aus der Diaspora, die Freilassung aller inhaftierten Demonstranten seit dem 19. August und die Aufhebung der Belagerung in den nördlichen Städten des Landes (Bafilo, Sokodé und Mango).

Kangni Coco Locoh

Nathaniel Olympio: Die Effizienz in der Einfachheit auf France24.

Am vergangenen Mittwoch, dem 15. November, konnte der der Präsident der Oppositionspartei „Parti des Togolais“ bei einem Interview für den französischen Fernsehsender France24 mit einfachen Worten und Ruhe überzeugen.
Ohne vorbereitete Redepapiere konnte Nathaniel Olympio, Vertreter der Oppositionskoalition, die Fragen der Moderatorin beantworten. Er ließ sich außerdem nicht von der Zeit ablenken und thematisierte die Volksforderungen, die zuvor von der Koalition für den vorläufigen Dialog, ausgehend von Ghanas Präsidenten Nana Akufo-Addo, entwickelt wurden.
Interessierte können sich den Mitschnitt des Interviews auf YouTube ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=UGbiFOc7u9s

Kangni Coco Locoh

PM: Verkauf von Militärhubschraubern an Togo: Gefährdet Frankreich das Leben von TogoerInnen?

(Übersetzung der Original-PM des ANC aus dem Französischen, Original s. Link unten)

Seit 2016 plant Frankreich den Verkauf mehrerer Kampfhubschrauber vom Typ „Gazelle“ an die togoische Regierung. Obwohl diese zugesichert hat, dass die Hubschrauber nicht gegen Demonstrierende eingesetzt werden sollen, ist äußerst fraglich, ob dies tatsächlich nicht geschehen wird. Trotz der Verschärfung der politischen Lage in Togo treibt das französische Verteidigungsministerium den Verkauf weiter voran.

Immer wieder gab es bei Demonstrationen der Opposition zahlreiche Tote und Verletzte, darunter auch Kinder. Viele Menschen sind bereits vor der Regierung und ihren zunehmenden Repressionsmaßnahmen auf der Flucht. Das Militär, das normalerweise in den Kasernen bleiben sollte, wird immer wieder gegen die Demonstantinnen und Demonstranten eingesetzt.

Wir sind der Meinung, dass Frankreich hier in der Verantwortung steht und den Verkauf nicht durchführen sollte. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Öffentlichkeit über die wahrscheinlichen Konsequenzen dieses Verkaufs zu informieren.

Seit dem 19. August 2017 sind TogoerInnen auf der Strasse in Togo und in der ganzen Welt und fordern:

– Die Rückkehr zur Verfassung von 1992, welche durch ein Referendum der togoischen Bevölkerung bestätigt wurde.

– Die Begrenzung der Amtszeit für das Amt des Präsidenten

– Das Wahlrecht für die togoische Diaspora

– Die schnelle Umsetzung der Forderungen der togoischen Bevölkerung

oder

– den Rücktritt der Regierung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Togo: Sicherheitshinweis

https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/TogoSicherheit.html

Aktuelle Hinweise (Stand 1.11.2017)

In den letzten Wochen ist es wiederholt zu öffentlichen Kundgebungen bzw. Protesten durch die togoische Regierungspartei und die Opposition gekommen, die auch vereinzelte Todesopfer forderten. Auch in den nächsten Tagen und Wochen sollen landesweit weitere Demonstrationen stattfinden, bei denen gewaltsame Ausschreitungen nicht auszuschließen sind.
Reisende werden weiterhin gebeten, besonders vorsichtig zu sein, die lokalen Medien zu verfolgen und Menschenansammlungen zu meiden.

»Sie sterben lieber im Meer als im Krieg«

Flüchtlingsinitiative thematisiert den gefährlichen Weg von Afrika nach Europa und die Gründe, ihn anzutreten. Gespräch mit Komi Edzro

Interview: Johannes Supe

Die von Flüchtlingen gegründete Initiative »Togo Action Plus« hat am vergangenen Samstag eine Konferenz in Berlin organisiert, um auf die Situation von Schutzsuchenden einzugehen. Sie selbst sind aus Togo geflohen. Weshalb?

Ich gehörte dort der größten Oppositionspartei Union des Forces du Changement an. Deren Mitglieder und Funktionäre wurden verfolgt und verhaftet, denn man wirft uns vor, »radikal« zu sein. Dabei fordern wir nur das Ende der dortigen Diktatur. Später verließ ich die Partei, weil sie mit der Regierung zusammenarbeitete, die wir kritisierten.

In der Vergangenheit hatte man auch auf uns schießen lassen, etwa bei einer Demonstration 1993. Damals waren Minister Deutschlands und Frankreichs nach Togo gekommen, was wir als Anlass zu einer Kundgebung nutzten. Auf die wurde dann das Feuer eröffnet, viele wurden dabei verwundet, einige getötet. Wer den Befehl dazu gegeben hat, ist bis heute ungeklärt. Auch heute gibt es noch Opfer von Polizeigewalt, einige verlieren bei den Übergriffen sogar ihr Leben. Ich selbst wurde von Beamten geschlagen. Schließlich floh ich, um mein Leben zu retten.

[…]

Ganzes Interview: https://www.jungewelt.de/artikel/315720.sie-sterben-lieber-im-meer-als-im-krieg.html