„Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen“ neu erschienen

24. aktualisierte Auflage der Dokumentation „Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen“ (1993 bis 2016)

24 Jahre Recherche und Dokumentation des staatlichen & gesellschaftlichen Rassismus

Die dreibändige Dokumentation umfaßt Einzelgeschehnisse, bei denen Flüchtlinge körperlich zu Schaden kamen. Dokumentiert sind unter anderem Todesfälle und Verletzungen vor, während und nach Abschiebungen und auch durch Angriffe aus der Bevölkerung. Im 24. Jahr ihrer Fortsetzung und Aktualisierung spiegelt die Dokumentation mit ihren über 9000 Geschehnissen die Lebensbedingungen wider, unter denen die schutzsuchenden Menschen in der Bundesrepublik leiden.

Sowohl in den Flüchtlingslagern und Massenunterkünften als auch auf der Straße sind Schutzsuchende besonderen Gewaltverhältnissen ausgesetzt. Es gelingt bestimmten Teilen der Bevölkerung mit rassistischen Beleidigungen oder blankem Haß und direkten tätlichen Angriffen, den Menschen das Leben in Deutschland permanent streitig zu machen und sie weiter zu traumatisieren.

Gewalt auf der Straße vervielfacht

Besonders gravierende Auswirkungen auf die psychische Entwicklung und die körperliche Gesundheit sind die rassistisch motivierten Angriffe auf minderjährige Flüchtlinge im öffentlichen Raum. Die Zahl der Angriffe und der Körperverletzungen hat sich im Jahre 2016 mit 134 verletzten Minderjährigen im Verhältnis zum Jahr 2015 (23 Körperverletzungen) fast versechsfacht.
Unabhängig vom Alter der Betroffenen sind die Zahlen der von RassistInnen verletzten Flüchtlinge auf der Straße weiterhin deutlich angestiegen: von 2014 (72) auf 2015 (242) um mehr als das Dreifache und von 2015 auf 2016 (505) auf das Doppelte.

Verzweiflungstaten

Durch fehlenden Schutz der Privatsphäre in den Flüchtlingsunterkunften, durch Agressionen und Übergriffe des Bewachungspersonals oder von Mitbewohnern einerseits und andererseits durch Angriffe von außen durch Brandstiftung, Werfen von Gegenständen, durch Schüsse oder Eindringen ins Gebäude finden viele Flüchtlinge gerade hier keine Sicherheit. Menschen, die ohnehin durch die restriktiven Asylgesetze, durch Familientrennung und nicht erlaubten Familien-Nachzug, durch die Fluchtgründe (Verfolgung, Krieg, Hunger) und durch die Flucht selbst oft psychisch schwer angeschlagen sind, werden weiter destabilisiert.
So ist die Anzahl der Suizidversuche bzw. Selbstverletzungen von Flüchtlingen im Jahre 2016 die höchste, die seit 1993 von uns dokumentiert ist: mit 239 Geschehnissen 70 % höher als im Vorjahr (152 Selbstverletzungen). Daß dies nur ein Schatten der tatsächlichen Zahl von Verzweiflungstaten sein kann, zeigt die Antwort des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen auf eine Anfrage der Fraktion PIRATEN: in den ersten elf Monaten des Jahres 2016 war es zu 111 versuchten und 6 vollendeten Suiziden in Gemeinschafts- und Notunterkünften gekommen. Auch aus dem Innenministerium von Niedersachsen wurde vor kurzem bekannt gegeben, daß die Anzahl der Selbstverletzungen deutlich angestiegen ist. Da offizielle Statistiken in vielen Bundesländern gar nicht erst geführt oder nicht veröffentlicht werden, ist von einer Vervielfachung der bekannt werdenden Zahlen auszugehen.

Die Dokumentation umfaßt den Zeitraum vom 1.1.1993 bis 31.12.2016:
217 Flüchtlinge töteten sich angesichts ihrer drohenden Abschiebung oder starben bei dem Versuch, vor der Abschiebung zu fliehen, davon 73 Menschen in Abschiebehaft.

1875 Flüchtlinge verletzten sich aus Angst vor der Abschiebung oder aus Protest gegen die drohende Abschiebung (Risiko-Hunger- und Durststreiks) oder versuchten, sich umzubringen, davon befanden sich 701 Menschen in Abschiebehaft.

5 Flüchtlinge starben während der Abschiebung und 526 Flüchtlinge wurden durch Zwangsmaßnahmen oder Mißhandlungen während der Abschiebung verletzt.

35 Flüchtlinge kamen nach der Abschiebung in ihrem Herkunftsland zu Tode, und 605 Flüchtlinge wurden im Herkunftsland von Polizei oder Militär mißhandelt und gefoltert oder kamen aufgrund ihrer schweren Erkrankungen in Lebensgefahr.

74 Flüchtlinge verschwanden nach der Abschiebung spurlos.

205 Flüchtlinge starben auf dem Wege in die Bundesrepublik Deutschland oder an den Grenzen, davon allein 131 an den deutschen Ost-Grenzen, 3 Personen trieben in der Neiße ab und sind seither vermißt.

681 Flüchtlinge erlitten beim Grenzübertritt Verletzungen, davon 345 an den deutschen Ost-Grenzen.

22 Flüchtlinge starben durch direkte Gewalteinwirkung von Polizei oder Bewachungspersonal entweder in Haft, in Gewahrsam, bei Festnahmen, bei Abschiebungen, auf der Straße, in Behörden oder in Heimen – mindestens 1074 wurden verletzt.

23 Flüchtlinge starben durch unterlassene Hilfeleistung.

83 Flüchtlinge starben bei Bränden, Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte und Wohnungen oder durch sonstige Gefahren und 1421 Flüchtlinge wurden dabei z.T. erheblich verletzt.

24 Flüchtlinge starben durch rassistische Angriffe im öffentlichen Bereich und 1683 Flüchtlinge wurden bei Angriffen auf der Straße verletzt.

Durch staatliche Maßnahmen der BRD kamen seit 1993 mindestens 507 Flüchtlinge ums Leben – durch rassistische Angriffe und die Unterbringung in Lagern (u.a. Anschläge, Brände) starben 107 Menschen.

Die Dokumentation umfaßt drei Hefte (DIN A4). Sie kosten zusammen 30 € plus 5,00 € Porto & Verpackung.
HEFT I (1993 – 2004) 10 € für 356 S. – HEFT II (2005 – 2011) 11 € für 260 S. – HEFT III (2012 – 2016) 12 € für 336 S. plus je 1,80 € Porto & Verpackung.

Bestellung: http://www.ari-berlin.org/doku/bestell.htm

Im Netz zur Zeit noch die 23. Auflage unter der Adresse: www.ari-berlin.org/doku/titel.htm

Antirassistische Initiative Berlin >> DokumentationsStelle <<
Mariannenplatz 2 A – 10997 Berlin – Haus Bethanien – Südflügel
ari-berlin-dok [at] gmx.de – Fon 030 617 40 440 – Fax 030 617 40 101 – Funk 0177 37 55 924
"Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen": http://www.ari-berlin.org/doku/titel.htm

Internationale Konferenz der ITAP, am Samstag, den 29.07.2017, Berlin

 

Einladung zur Internationalen Konferenz als PDF

Wir laden euch herzlich zu unserer internationalen Konferenz ein. Hier möchten wir uns mit euch über Themen wie Fluchtursachen weltweit, Verfolgung oder globalen Menschenrechtsverletzungen austauschen.

Kommt am Samstag, den 29. Juli, ab 10 Uhr zum Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin und nehmt an unserem Austausch teil!

Detailliertes Programm: Konferenzplan

Gefördert durch:

 

 

Medienpartner:

 

 

Unterstützt von:

Susanna Kahlefeld, Sprecherin der Grünen Neukölln

27. April 1960 – 27. April 2017: 57 Jahre Unabhängigkeit Togos

Die Bilanz von 57 Jahren Unabhängigkeit Togos (27. April 1960 – 27. April 2017):

Die Geschichte Togos bleibt und wird auch für unsere Kinder bleiben! Im Jahr 1960 haben viele afrikanische Länder über viele Hürden und Tote hinweg ihre Unabhängigkeit erlangt. Die Kolonialmächte wollten die Unabhängigkeitsbestrebungen verhindern, um diese Länder weiter ausbeuten zu können. Am 27. April 1960 erlangte auch Togo seine Unabhängigkeit. Ist Togo jetzt, nach 50 Jahren und weiter bestehender Diktatur, tatsächlich unabhängig?

Bitte lesen Sie dazu:
TOGO: 27 AVRIL 1960 – 27 AVRIL 2017: 57 ANS D’INDÉPENDANCE AVEC 50 ANS DE DICTATURE!

Internationale Konferenz der ITAP, 29.07.2017, Berlin

Die Initiative Togo Action Plus veranstaltet am 29. Juli 2017 eine internationale Konferenz zu den Themen: Fluchtursachen, Menschenrechtsverletzungen in der Welt, Verfolgung von JournalistInnen.

Internationale Konferenz der ITAP
Datum: 29.07.2017
Uhrzeit: 10 Uhr bis 19 Uhr
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin.

Das Programm folgt im Mai.

Dank und neues Semester

Liebe KursleiterInnen und SpenderInnen,

unsere Deutschkurse für Geflüchtete des Wintersemesters 2016/2017 werden am 31. März 2017 zu Ende gehen.

Wir bedanken uns sehr für eure Unterstützung.

Wir bedanken uns beim allen, die uns unterstützt und gespendet haben, damit wir weiter Geflüchtete unterstützen können.

Das Sommersemester 2017 beginnt am 18. April. 2017 und dauert bis zum 29. September. Wer in diesem Semester mit uns arbeiten möchte, schreibe bitte an togoactionplus@googlemail.com.